Fotos aus Brasilien 3
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Neues Fotoalbum

Ich habe unter "Fotos aus Brasilien 3" ein neues Fotoalbum angelegt. Dort sind die neusten Bilder zu finden.

 

11.6.12 06:05


Einige Alltagserfahrung und -beschreibungen

Diesmal wird es eher eine Ansammlung von Ereignisse als ein Fließtext. Die meisten Sachen sind eigentlich viel komischer, lustiger und unterschiedlicher als ich das beschreiben kann.


  • Nachdem ich mir ein Google-Email-Konto erstellt habe, und Google somit noch mehr Daten von mir hat, habe ich bei Google-Maps eine Karte erstellt, die zeigt wie ich zur Arbeit fahre. Die Karte ist unter folgendem Link erreichbar: http://maps.google.de/maps/ms?msid=211670411594695651169.0004bedfa1b9904428667&msa=0

  • Anfang April fand hier in Vitória wie jedes Jahr eine Wallfahrt zu Ehren Marias statt. Eine Woche lang sind jeden Tag andere Personengruppen zu einem Kloster „gepilgert“. Mal war Tag der Frauen, dann Tag der Männer, usw. Am letzten Tag der Wallfahrt, ein Sonntag, sind dann um 9 Uhr morgens (!!!!!!!!!!) die Motorrad- und Rollerfahrer an der Reihe gewesen. Sie sind natürlich erst einmal durch Vitória gefahren. Man kann sich keinen schöneren Wecker für einen Sonntagmorgen vorstellen, als 20 Minuten Höllenlärm, der wie ein Flugzeug in 10 Metern Flughöhe klingt, weil der Motoren- und Auspufflärm in den Häuserschluchten natürlich schön hallt.

    Abends gab es dann eine große gemeinsame Wallfahrt, bei der eine kitschig geschmückte Maria (http://www.bilder-speicher.de/12061104148134/foto/img0535.html) durch Vitória und Vila Velha gefahren wurde und tausenden Menschen (es hat 1,5 Stunden gedauert, bis die Menschenmasse an unserm Haus vorbei gezogen war) haben sie dabei begleitet. (http://www.bilder-speicher.de/12061104482503/foto/img0537.html)

  • Ich wohne im Zentrum von Vitória (die Hauptstadt des Bundesstaates Espírito Santo). Dort befinden sich viele Ministerien usw. des Bundesstaates und eigentlich fast jeder Tag hat ein bestimmtes Motto (Tag der Bauern usw.), den eigentlich immer irgendwelche Menschen zum Anlass nehmen vor dem Regierungssitz, einem Ministerium oder auch einfach nur auf der Straße zu demonstrieren. Daher kommt es regelmäßig zu langen Staus und auf die Busse ist noch weniger Verlass, weil die natürlich auch im Stau stehen und somit noch mehr Verspätungen haben als sonst. Zu „Stau“ siehe nächster Punkt.

  • Jedes Mal, wenn ich einen Stau sehe, was eigentlich jeden Tag der Fall ist (siehe oben), hoffe ich, dass ich hier NIEMALS im Krankenwagen befördert werden muss, denn hier macht niemand für den Krankenwagen Platz, so dass der auch immer mit im Stau steht. Es ist aber auch kaum möglich dem Krankenwagen Platz zu machen, weil Brasilianer grundsätzlich jede sich bietende Lücke zufahren. Es ist ein heilloses Chaos. Dazu kommen ja auch noch die Motorradfahrer, die sich zwischen den Auto, Bussen und LKWs durch schlängeln.

  • Hier kann es auch mal vorkommen, dass der Busschaffner zum Dienstboten wird: Ich habe schon mehrmals gesehen, dass der Schaffner Dinge erhalten hat oder schnell selbst gekauft hat und dann diese Sachen an anderen Bushaltestellen abgeholt wurden. Zum Teil hat der Bus auch nur gehalten, um diese Dinge abzuliefern.

  • Eine Sache, die immer noch komisch ist, ist der Popcorngeruch in der Kirche. Es ist hier fast normal, dass kleinere Kinder in der Kirche Popcorn essen. Des weiteren steht natürlich auch der Popcornverkäufer mit seinem Wagen vor der Kirche.

  • Unter dem Begriff Joint Venture versteht man eine gemeinsame Tochtergesellschaft von mindestens zwei rechtlich und wirtschaftlich getrennten Unternehmen. So etwas ähnliches befindet sich auch im Laden von „meinem“ Friseur. Dort schneidet zum einem mein Friseur seinen Kunden die Haare, zum anderen sitzen im gleichen Raum normalerweise 2-5 Polizisten an einem Schreibtisch und gehen ihrer Arbeit nach. Alle teilen sich die gleiche Toilette, die gleiche Eingangstüre usw. Das würde ich in Deutschland gern mal sehen, eine Polizeistelle im Friseur.

  • Wenn hier Geldautomaten aufgefüllt werden, könnte man denken, das es ein Überfall wird. Es fährt ein bulliger, stark gepanzerter Wagen vor, dort befinden sich zwei Leute vorne und 3 im Saferaum. Diese drei steigen dann aus. Zwei von denen tragen Maschinengewehre und haben mit Sicherheit einen unruhigen Finger. Der Dritte trägt den Geldkoffer. Dann wird aufgefüllt. Währenddessen inspizieren die zwei Bewaffneten die Umgebung. Wenn alles fertig ist, verschwinden alle wieder im Auto und fahren weg.

  • Vor ein paar Wochen wurde ich mit auf einen Jugendtag der Trägercomunidade geschleppt. Dort hat dann ein Priester erst einmal über die „katholische Jugend“ und ihre Rechte und Pflichten gepredigt. Anschließend gab es 2 Stunden Anbetung. Danach wurden verschiedene soziale Einrichtungen besucht. Ich war in einem Altenheim, was wirklich interessant war. Wir haben uns mit den Bewohnern unterhalten und uns das Gebäude angesehen. Wieder zurück gab es einen Gottesdienst und zum Abschluss des Tages wurden alle zur „Evangelisierung durch die neuen Medien“ aufgerufen, das heißt uns wurden Facebook, Twitter, Goggle+ usw. erklärt und anschließend wurde uns ans Herz gelegt, jeden Tag ein Video über die katholische Kirche, den Papst o.ä. zu posten.

  • Häufiger kommt es auch vor, dass Leute im Bus laut aus „ihrer“ Bibel vor lesen. Normalerweise sind es Pfingstler, Charismatiker oder Anhänger von Freikirchen. Meistens hört ihnen aber niemand zu. Manchmal hat man auch einen Prediger im Bus, der dann 5 Minuten herum schreit und sich denn wieder hinsetzt.

  • Im Fernsehen werben ab und zu soziale Einrichtungen und bitten meistens um Nahrungsmittel- oder Reinigungsmittelspenden, nur in seltensten Fällen um Geldspenden. Geldspenden wollen nur die Macher der Fernsehsender der Freikirchen.

  • Letztes Wochenende wurde im Parque Moscoso (der Park direkt vor meiner Haustür) das 100-jährige Bestehen des Parks gefeiert. Um 9 Uhr wurde auch „Parabens“ (zu deutsch: „Herzlichen Glückwunsch!“; ein Lied, welches bei Geburtstagen gesungen wird) gesungen und ein Kuchen angeschnitten. Anschließend gab es dann Programm und den Tag über immer wieder Böllerschüsse.

  • Am 21.5. war der bisher kältester Tag des Jahre mit durchschnittlich nur 20 Grad.

  • Im Projekt haben wir letztens eine ganze Horde von Weißkopf-Büschelaffen (port.: Sagui-de-cara-branca) sehen und photographieren können. (siehe hier: http://www.bilder-speicher.de/12061104313438/foto/img0563.html und die folgenden Fotos)

  • Letztens habe ich in einem Gespräch erfahren, dass der Flughafen hier in Vitória wegen der engen Bebauung der 3. gefährlichste Flughafen in Brasilien ist. Und es werden immer noch mehr Gebäude in der direkten Umgebung bzw. in der Einflugschneise gebaut.

  • Der Hafen in Vitória bzw. Vila Velha erwirtschaftet mehr als 60% der wirtschaftlichen Leistungen der beiden Städte.


Jetzt aber auch noch ein bisschen zu Veränderungen im Projekt:

  • Vor einigen Wochen wurde mit dem Bau für ein größeres Speisehaus mit einem größeren Raum zum gemeinsamen Essen und größerer Küche begonnen. Dem Rohbau fehlt jetzt nur noch das Dach.

  • Die älteren Jungen sind jetzt in ihr eigenes Haus umgezogen. Das Haus, dass sich in den ersten Monaten, die ich hier war, noch im Bau befand, wurde fertig gestellt. Wir haben mitgeholfen zu streichen, zu putzen, Möbel aufzubauen und die Sachen herüber zu bringen.

  • Eine Ersatzmutter geht kommende Woche für drei Monate nach Olpe um dort, gesponsert von einem Küchenhersteller, einen Kochkurs zu machen. Ich gebe ihr im Moment etwas Deutschunterricht, so dass sie nicht ganz unvorbereitet nach Deutschland kommt.

11.6.12 05:54


Übersicht über die Neuigkeiten

Texte: ich habe ein paar Texte über meine letzten Monate verfasst: Urlaub im Januar, Zwischenseminar und Karneval im Februar, Ostern.


Bilder: Der Einfachheit halber habe ich ein neues Fotoalbum erstellt. Unter dem oberen Link („Fotos aus Brasilien 2" ) kann man die neuesten Fotos finden, der Link darunter führt zum „alten“ Album.

Um die Fotos in der richtigen Reihenfolge zu sehen, nach "alt -> neu" sortieren.

Ich habe einige Fotos beschriftet; meistens gilt die Beschriftung für die nachfolgenden Fotos ebenfalls.


Ansonsten kann ich sagen, dass es mir sehr gut geht, ich meine Zeit hier genieße und mir die Arbeit im Projekt viel Spaß und Freude macht! Leider ist die Hälfte meiner Zeit hier schon vorbei.

 

Wie immer freue ich mich über Rückmeldung, per "Kontakt" links in der Spalte, per Mail oder per Facebook.

 

Zuletzt möchte ich noch auf folgenden Link hinweisen: http://www.isomax-terrasol.eu/uploads/media/Vitoria_-_das_kleine_Rio_de_Janeiro.pdf

Ist für alle interessant, die noch etwas mehr über Vitória, „meine“ Stadt, erfahren wollen.

14.4.12 21:47


Sonstiges

Kar- und Ostertage: Am Gründonnerstag haben wir uns den ersten Teil eines Passionsspiels in Viana, eine Nachbarstadt, in der meine Familie früher gewohnt hat, angeschaut. Dort wurde von den Laiendarstellern quasi die komplette Bibel aufgeführt: von der Erschaffung der Welt, über die Propheten, das Wirken Johannes des Täufers, das Leben und Wirken Jesu (z.B. Erweckung des Lazarus), bis zum Einzug Jesu in Jerusalem. Am Karfreitag haben wir um 15 Uhr die Karfreitagsliturgie in der Kapelle im Projekt mitgefeiert. Abends haben wir uns dann den zweiten Teil des Passionspiels angeschaut. Diesmal hatten wir Logenplätze: das Zuschauen war für alle umsonst, aber wir konnten uns mit Liegestühlen auf ein Hausdach, direkt gegenüber des Hügels, der als Bühne diente, setzten und hatten somit einen wunderbaren Blick. Leider hat es aber an dem Tag geregnet, so dass ein Regenschirm vonnöten war. Diesmal wurde das Letzte Abendmahl, das Leiden und Sterben Christi, die Auferstehung, und die Zeit bis zur Himmelfahrt gezeigt.

Richtig kitschig wurde es, als die Frauen das leere Grab entdeckten und der Jesus-Darsteller auf eine Bühne, begleitet von einem Feuerwerk, 10 Meter in die Höhe fuhr. Noch höher und noch größer und länger war das Feuerwerk und der Aufstieg Jesu bei seiner Himmelfahrt. Diesmal gab es sogar noch eine Glitterregen dazu. :D

Weil meine Kamera leider nicht so viele schöne Fotos gemacht hat, verweise ich einfach mal auf die offiziellen Fotos:

  1. Abend: Erschaffung der Welt bis Einzug in Jerusalem

    http://www.viana.es.gov.br/VerAlbumFoto.aspx?no=253&on=true&nv=Turismo;Galeria%20de%20Fotos;Paix%C3%A3o%20de%20Cristo%20-%201%C2%AA%20noite%20-%20%20Da%20Cria%C3%A7%C3%A3o%20do%20Mundo%20aos%20Vendilh%C3%B5es

  2. Abend: Letztes Abendmahl bis Christi Himmelfahrt

    http://www.viana.es.gov.br/VerAlbumFoto.aspx?no=254&on=true&nv=Turismo;Galeria%20de%20Fotos;Paix%C3%A3o%20de%20Cristo%20-%202%C2%AA%20noite%20-%20Da%20Ceia%20Pascal%20%C3%A0%20Ascens%C3%A3o%20ao%20C%C3%A9u

Normalerweise fährt meine Gastfamilie zu Ostern immer zu den Eltern meines Gastvaters, aber weil mein Gastvater sich im Moment im Wahlkampf zum Kontrollrat für Auszahlungen an die Angestellten der Bank, bei der er arbeitet, befindet, sind wir zu Hause geblieben.


"Mein normales Leben":

Meine Tage haben jetzt folgenden Ablauf:

9:30 Aufstehen

10:25 Bus zum Terminal, anschließend im Terminal den nächsten Bus, danach den Schulbus der Kinder

12:00 Ankunft im Projekt und Mittagessen

bis 13:30 Ruhezeit im Projekt

13:30 - max. 15:30 Arbeit mit den Kindern im Centro, d.h. Bei Hausaufgaben helfen, Nachhilfe geben, Basteln...

zwischen 15:15 und 15:30 Kaffetrinken

ab und zu um 16:00 Uhr Celebração, bedeutet Wortgottesdienst mit anschließender Kommunion (Während der Fastenzeit gab es im Projekt jeden Montag, Donnerstag und Freitag eine Celebração.)

bis 18 Uhr freie Zeit zum Spielen

14.4.12 21:46


Meine letzten Wochen

17.1.-31.1. Und die Sonne brannte 12 Tage

Das ist die (fast) perfekte Zusammenfassung meines Urlaubs mit meiner Gastfamilie in Guarapari. Guarapari liegt ca. 50 km südlich von Vitória und soll einige der schönsten Strände Brasiliens haben.

Am Montagabend, bevor wir gefahren sind, mussten Renan und ich erst einmal Kartons besorgen, damit meine Gastmutter alle Dinge, das bedeutet Küchengeräte, Bettzeugs usw., einpacken konnte, denn – wie ich vor Ort erfahren habe – hatten meine Gasteltern eine Wohnung angemietet, die normalerweise ganz normal bewohnt wird. Die Besitzerfamilie war selber im Urlaub und hatte alle zum Leben notwendigen Dinge mitgenommen, u.a. auch viele Küchengeräte.

Dort angekommen haben wir uns erst mal in der Wohnung eingerichtet. Ich habe mit meinen beiden Gastbrüdern im Wohnzimmer auf Matratzen geschlafen. ( http://www.bilder-speicher.de/12020403803743/foto/img1117.html )

Der normale Tagesablauf für mich war: gegen 12 Uhr aufstehen, dann Mittagessen, anschließend zum Strand. Abends dann Karten spielen oder auf der Strandpromenade spazieren ( http://www.bilder-speicher.de/12020403955785/foto/img1072.html ). Natürlich wurde auch Eis gegessen.

Ab und zu haben wir dann auch noch etwas unternommen: z.B. sind wir einmal zu einem Ort namens „Drei Strände“ gefahren. Der Name ist hier Programm: 3 wirklich sehr schöne Strände direkt neben einander; etwas abgelegen; kaum Wellen, weil die drei Strände in eine Bucht liegen; warmes, klares Wasser. Ein Traum.

Unter anderem haben wir in der Zeit auch den Geburtstag von Ricardinho mit einem Grillen am Strand gefeiert.

Ein anderes Mal haben wir die „Kirmes“ an der Strandpromenade besucht und dort ein altes deutsches Fahrgeschäft entdeckt: http://www.bilder-speicher.de/12020403803743/foto/img1117.html

Zusammenfassung: Schlafen, Strand, ganz viel Sonne, wenige Aktivitäten = perfekter Urlaub!



7.2.-14.2. Zwischenseminar in Salvador

Nach meinem Urlaub habe ich drei Tage gearbeitet, bevor es dann nach Salvador da Bahia ging.

Dort hatte ich ein 7-tägiges Zwischenseminar mit anderen deutschen Freiwilligen. Wir hatten dort Zeit zum Nachdenken, Reflektieren, zum Austausch mit den anderen Freiwilligen, Pläne schmieden und und und.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Zwischenseminar eine gute Zeit war, um einmal aus der gewohnten Umgebung heraus zu kommen und mit Anleitung die Zeit zu reflektieren.

Am Samstag haben wir dann ein Projekt im Zentrum von Salvador besucht, dass Obdachlosen hilft, sich bei den Behörden zurecht zu finden und ihre Ansprüche geltend zu machen. Das Projekt hilft also nicht mit Unterkünften oder Arbeit, sondern unterstützt die Menschen bei Behördengängen oder bei der Arbeitssuche. ( http://www.bilder-speicher.de/12041309195330.gratis-foto-hosting-page.html )



15.2.-25.2. Karneval in Salvador

Während des Seminars haben wir (Julian und ich) Valerie kennen gelernt: eine deutsche Freiwillige, die in Salvador wohnt. Sie hat sich bereit erklärt, uns für die Tage nach dem Zwischenseminar bei sich aufzunehmen und hat uns damit erspart, viel Geld für eine andere Unterkunft während der Karnevalstage bezahlen zu müssen.

Karneval in Salvador geht über 6 Tage und ist vollkommen anders als in Deutschland.
Der größte Unterschied ist, dass sich die Leute nur in den seltensten Fällen verkleiden. Auch sind viel, viel mehr Menschen auf den Straßen (der Karneval in Salvador ist der größte Straßenkarneval der Welt).

Die Karnevalsumzüge sind auch anders: es gibt hier keine Themenwagen, sondern Musikgruppenwagen, d.h. Das sind LKWs deren Auflieger quasi nur aus Boxen besteht. (Wikipedia: Trio Eletricos sind im modernen Karneval überdimensionierte Sattelschleppern mit Umkleidekabinen, Bars und einer großen Bühne. Außerdem besitzen sie große Musikanlagen mit einer Leistung von bis zu 100.000 Watt. Heute werden die Trio Elétricos von den verschiedenen Künstlern und Bands genutzt, die in einer großen Parade durch die Stadt und durch die Viertel Barra, Ondina und Campo Grande ziehen und denen eine große Anhängerschaft folgt. Während die Wagen eine Art fahrende Bühne für Künstler, Schauspieler, Tänzer und prominente Personen sind, läuft das einfache Volk hinter den Trio Elétricos hinterher.) Dazu gibt es dann die „Blocos“ (auch hier wieder Wikipedia: Die Blocos Afro sind die bekanntesten Karnavalsgruppen des Karnevals in Salvador, welche direkt auf ihre ethnische Herkunft in Westakfrika zurückgehen. Der älteste und traditionsreichste Karnevalsblock ist Ilê Aiyê und besteht etwa aus 3.000 Mitgliedern und zahlreichen Gästen. Andere bekannte Blocos sind Badauê, Filhos de Gandhi, Olodum und Muenza. Insgesamt sind es 227 verschiedene Blocos (16 Afoxés, 41 Afro Blocos, 15 alternative Blocos, 45 Trio Elétrico Blocos, drei Spezielle, zwei indianische Blocos, sieben Kinder Blocos, 17 weitere Gruppen, 33 Perkussions-Blocos, sechs Orchester, 12 Gay-Blocos und 30 unabhängige Blocos). Die Blocos des Karnevals sind musikalische, ästhetische und religiöse Manifestationen. So dienen die sogenannten Puxadas do Ijexá der Ehre der afrobrasilianischen Orixais-Gottheiten. Auch indianische Ursprünge finden ihren Ausdruck bei den Blocos. Die Motive des Straßenkarnevals ändert sich jedes Jahr und sind häufig politische oder gesellschaftliche Persiflagen und Parodien. Im Jahr 1997 besang die Gruppe Olodum, welche über 3.000 Anhängern besitzt in ihrem Samba-Reggae Lied “Mundo Cão“ (Hundewelt) die schwierigen und diskriminierenden Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung in Salvador, welches auch als “Roma Negra“, das schwarze Rom, bezeichnet wird. Während die Blocos Afros von der dunkelhäutigen Unterschicht, welche die Mehrheit der Bevölkerung in Salvado da Bahia darstellt, gestellt werden, sind die sogenannten Blocos de Trio der hellhäutigen weißen Oberschicht vorbehalten.)

Normalerweise muss man dafür, dass man bei den Blocos mitgehen darf, viel Geld zahlen, aber es gibt auch Blocos, bei denen man ohne zu bezahlen, mit gehen kann. Einmal haben wir das gemacht und es war wirklich gut, auch wenn es sehr eng und warm war, aber man konnte wirklich nicht, sich nicht zu der Musik bewegen, weil die komplette Masse in Bewegung war.

Man konnte aber auch am Rand stehen, die Wagen und Blocos an sich vorbei ziehen lassen und sich von den riesigen Boxen beschallen lassen. Es gab auch Umzüge und viele andere Veranstaltungen im Pelourinho, dem historischen Stadtkern mit den weltbekannten bunten Häuserfassaden.

Tagsüber und auch meistens nachts waren wir, nachdem wir immer lange geschlafen hatten, im Pelourinho und haben dort eingekauft, uns die Musikgruppen angeschaut oder einfach die freie Zeit genossen.

Am vorletzten Tag habe ich noch ein bisschen Power-Seight-Seeing gemacht, weil ich gerne noch ein paar Sehenswürdigkeiten und andere Stadtteile von der Stadt sehen wollte, als nur den Pelourinho. Also habe ich mich alleine auf den Weg gemacht und mir einige Kirchen und ehemalige Klöster im Pelourinho angeschaut. Anschließend bin ich zum Campo Grande gegangen: ein Park mitten im Stadtzentrum. Es war schwer sich vorstellen, dass noch vor wenigen Tagen der Pelourinho und auch Campo Grande von Hunderttausenden feierwütigen Menschen bevölkert wurden.

Am letzten Tag sind wir mit einem Boot zu einer Insel vor Salvador gefahren und haben dort einen wunderbaren letzten Urlaubstag an einem traumhaften Strand verbracht.

Zusammenfassung: viel Party, viel Schlafen, ein bisschen Seight-Seeing, nette Tage mit netten Leuten und die Erkenntnis, dass jeder einmal Karneval in Salvador miterleben sollte!!!!!!

14.3.12 21:43


Neue Bilder

ICh habe neue Bilder in das Album (Link befindet sich oben links) hochgeladen. Man erreicht sie am einfachsten, wenn man nach "Datum (alt -> neu)" sortiert und dann auf Seite 7 Bild "IMG 0560" anklickt. Die folgenden Bilder sind neu.
4.2.12 03:25


Verschiedenes

Fange ich mal mit Silvester an:
Am 31.12. sind wir gegen 20 Uhr zur Wohnung der Tante, die sich in einem Hochhaus in Vila Velha – nur eine Straße vom Strand entfernt – befindet, gefahren. Dort waren dann die Eltern von meinem Gastvater und ein bisschen mehr Familie. Es wurde sich viel unterhalten und auch wieder viel gegessen, mit extra (großen) Portionen für mich. (Hintergrundinformationen gibt es in „Mein Weihnachten" ) Um 23:30 Uhr sind wir zum Strand gegangen. Dort gab es dann um 0:00 Uhr ein Glas Sekt und wir haben uns das öffentliche Feuerwerk, was wirklich gut und schön war, angesehen. Anschließend habe ich mir mit meinen Gastgeschwistern noch ein Konzert am Strand angeschaut. Um 2:30 Uhr waren wir wieder zu Hause.
Verglichen mit den letzten Jahren war dieses Silvester wirklich unspektakulär, fast lahm...


Am Donnerstag (5.1.) hat es innerhalb von wenigen Stunden so viel geregnet, dass auf den Straßen in Vila Velha, durch die ich mit dem Bus gefahren bin, das Wasser teilweise bis zu 60 Zentimeter hoch stand. In manchen Stadtteilen war der Wasserspiegel sogar noch höher. In Vitória war es eigentlich nicht so schlimm, aber da bei uns in der Straße grade an den Abflußrohren gearbeitet wird, stand bei uns in der Straße das Wasser 30 Zentimeter, wenn man ein Schlagloch fand auch mal gerne 50 Zentimeter, hoch. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man durch solche Wassermassen fährt bzw. gehen muss, um ins Haus zu kommen...


Da nach Weihnachten die Busfahrpläne geändert wurden, verkürzt sich meine Wartezeit im Terminal von morgens 25 Minuten und abends 20 Minuten auf jeweils nur noch 2-3 Minuten, meistens kann ich direkt in den wartenden Bus einsteigen. Das bedeutet: morgens noch ein bisschen länger schlafen


Zwei von eingen Dingen, die ich hier vermisse:
1. einen Garten hinter dem Haus, in den man sich im Sommer, der hier ja gerade ist (im Moment ist es aber leider sehr regnerisch), einfach mal zum Ausspannen reinlegen und auch sonst einfach aufhalten kann, mit frischen Früchten an den Bäumen...
2. mein Fahrrad: hier bin ich immer von den Bussen oder Ricardo und dem Auto abhängig, wenn ich irgendwohin möchte. Aber bei dem Verkehrsaufkommen und dem -verhalten möchte ich hier aber auch nicht Fahrrad fahren. Dennoch wäre etwas Unabhängigkeit in dieser Sache ganz nett... Aber nicht zu ändern.


Ein paar Fakten bzw. Beobachtungen, die vielleicht interessant sind:

- während man im Terminal schön in einer Schlange auf den Bus wartet, gibt es an den Bushaltestellen manchmal ein großes Gedränge, wer denn jetzt zuerst in den Bus einsteigen darf; denn wer zuerst einsteigt, hat die bessere Platzwahl
- VW heißt hier „Vitoriawagen“ und Busse von VW „Volksbus“
- fast 45 Prozent der Einwohner des Bundesstaates Espirito Santo, dessen Hauptstadt Vitória ist, lebt im Großraum Vitória
- Espirito Santo hat etwa 3,1 Mio Einwohner, davon sind ca. 1,4 Mio Katholiken und 1,2 Mio Protestanten. Von denen sind aber nur ca. 700 000 „traditionell“ evangelisch, das bedeutet, dass es ca. 500 000 Anhänger von anderen Kirchen gibt. Das sieht man auch überall im Stadtbild. Es gibt unzählige verschiedene „Kirchengebäude“. Es gibt sogar eine Straße, in der sich 37 verschieden „Kirchen“ befinden. (Quelle: ein Bericht in einer örtlichen Zeitung)
- Noch etwas, was Gesamt-Brasilien betrifft: eigentlich müsste der Ausbau der Infrastruktur überall vorangetrieben werden, weil die Wirtschaft schnell wächst. Vor allem müsste aber der Eisenbahnverkehr massiv aus- und neue Strecken gebaut werden. Da jedoch Mercedes-Benz mehr als 50 Prozent des Marktes für Lastkraftwagen beherrscht, kann man sich vorstellen, dass dieses Unternehmen lieber einen Ausbau des Straßenetzes bevorzugt.

10.1.12 05:31


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