Fotos aus Brasilien 3
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Mein Weihnachten

Aspekte, die ich mit der Adventszeit und Weihnachten verbinde:
Plätzchen backen mit Oma, ungemütliches Wetter, die Hoffnung auf weiße Weihnachten, den Geruch des Tannenbaums, feierliche Messen, Stress beim Weihnachtsgeschenke einkaufen, ...

Das hatte ich:
Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad, Palmen, viel Sonne, …

Aber von Anfang an:
Am 17.12. war die erste Weihnachtsfeier meines Projektes. Alle Familien, die von meinem Projektträger betreut werden, waren dazu in eine Turnhalle eingeladen. Dort gab es dann erst ein paar besinnliche Worte. Anschließend wurde sich schon „Feliz Natal“ gewünscht, was ich sehr komisch fand: immerhin ist mein Träger eine katholische Basisgemeinde und, wie jeder weiß, ist Weihnachten erst am 25.12.  Danach gab es dann Hot-Dogs, Popcorn, Zuckerwatte, Süßigkeiten und viel, viel Eis für alle. Am Ende bekam jedes Kind einen großen Sack mit Geschenken.
Die nächste Etappe war der Mittwochabend. Während eines gemeinsamen Einkaufsbummels mit Julian und Julian durch das Shoppingcenter in Vila Velha habe ich ein kleines Weihnachtsgeschenk für meine Familie gefunden (daher kein Stress ).
Weiter ging es am Freitagabend: innerhalb der Familie wird sich nichts geschenkt, sondern alle gehen gemeinsam Kleidung kaufen und der Vater bezahlt. Also waren wir am 23.12. dann abends im Shopping-Center in Vitória.
24.12., Heiligabend: um 10 Uhr (!!!) war die Christmette, die in der fast fertigen, neuen Kapelle auf dem Grundstück meines Projektes stattfand. Nachdem wir 55 Minuten auf die beiden Priester, unter anderen den emeritierten Erzbischof gewartet hatten, konnte die Messe beginnen. Nach der Messe gab es für alle ein gemeinsames Mittagessen im Projekt.
Am Nachmittag sind wir dann zu den Eltern meines Gastvaters nach Colatina (ca. 130 Kilometer nördlich von Vitória) gefahren. Aus der geplanten Abfahrtszeit von 14 Uhr wurde mal eben 18 Uhr. Die Zeit konnte man gut nutzen, um Schlaf nachzuholen.
Zuerst wurde am Anfang der Fahrt gemeinsam ein Rosenkranz gebetet. Auf dem Weg sind wir dann durch Bananen-, Kaffee- und Kautschukplantagen gefahren. Einmal haben wir bei einer „Raststätte“ angehalten und frisch gepressten Zuckerrohrsaft getrunken, der eigentlich ganz lecker war, nur viel zu süß.
Jedes Mal, wenn ich kurz davor war einzuschlafen - auf die Dauer sind Bananenplantagen usw. nicht interessanter als Raps- und Maisfelder – hat mich der Vater darüber informiert, dass wir jetzt in einen neuen Verwaltunsgbezirk fahren und mich mit weiteren Infos gefüttert.
In Colatina angekommen, wurde ich natürlich allen vorgestellt. Ein Onkel, den ich schon vorher kannte, meinte mich mit einer Grußformel und einer Handbewegung aus der Nazizeit zu begrüßen. Ich glaube, auch diesmal haben die Erklärungsversuche nichts gebracht. Mal sehen....
Auf jeden Fall gab es kurze Zeit dann Essen. Da fast alles mit Fleisch war, wurden für mich extra Portionen gemacht, die sehr groß waren, was wohl auch daran lag, dass mein Gastvater in der gesamten Familie erzählt hat, dass ich etwas an Gewicht verloren hätte. Das hat auch dazu geführt, dass ich - im übertragenen Sinne – fast gefüttert wurde... Naja, auf jeden Fall war es zu viel Essen für mich.
Anschließend haben wir (meine Gastgeschwister, mein Gastvater, 2 Cousins und ich) diverse Runden, insgesamt ca. 5 Stunden, Mau-Mau gespielt. Hier wird mit viel mehr Regeln gespielt, was vor allem zu viel mehr Karten auf der Hand führt, und es verbünden sich alle gegen einen, wenn man zu gewinnen droht. So kann ein Spiel schon mal 45 Minuten dauern.
Am nächsten Morgen ging es dann um 9 Uhr in die Messe. Dass es Weihnachten war, hat man nur am Evangelium und den Weihnachtswünschen sehen bzw. hören können. Ansonsten war es eine ganz normale Messe.
Zu Hause wurde dann wieder ein bisschen gespielt, herumgehangen, unterhalten, TV geschaut.
Nach dem üppigen Mahl und dem Aufräumen ging es gegen 16 Uhr wieder Richtung Heimat.
Zuerst wurde wieder ein Rosenkranz gebetet. Diesmal konnte man überall am Straßenrand Menschen sehen, die die Mangos und andere Früchte von den Bäumen am Straßenrand pflückten.

Das war mein Weihnachten.

Fazit: War mal eine ganz interessante Erfahrung, aber zu Hause ist Weihnachten einfach am schönsten!
8.1.12 18:20


Erschreckend!!!

Egal ob man sich mit jungen Leuten oder Erwachsenen längere Zeit unterhält, irgendwann wird immer das Thema "Hitler und Deutschland" angesprochen. Daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt.

Und dann präsentieren die "Alten" immer ihre Deutschkenntnisse: Manchmal kommt dann "Schnapps". Das ist ja noch irgendwie lustig, aber meistens sind die einzigen Worte, die sie können, "Heil Hitler" oder "Deutschland über alles". Und meistens lachen sie dabei noch und sind stolz, weil sie deutsch können. Daran kann und will ich mich nicht gewöhnen.

Und mit Gespräch mit der Amerikanerin aus unserem Sprachkurs will ich erst gar nicht anfangen: gefüllt mit Vorurteilen...

 

Es ist erschreckend und bedrückend, was diese Jahre angerichtet haben und was sie in der Welt hinterlassen haben!

16.12.11 02:42


Arbeit in Brasilien

Wer sich schon immer gefragt hat, wie Brasilien zumindest einen Teil seiner Einwohner beschäftigt, bekommt jetzt vier Antworten. Manch ein Biene-Maya-Anhänger (ich meine hier nicht die Fernsehserie) wird wahrscheinlich laut aufschreien, ein Zucken im ganzen Körper bekommen und dann laut „RATIONALISIERUNG“ rufen.
  1. Grünflächenamt“: Aufgabe: das Gras auf dem Mittelstreifen einer großen Straße mähen, 2 Meter breit, 3 Kilometer lang

Deutschland: 2 ArbeiterInnen rücken mit ihrem Fahrzeug, auf dem sich ein Aufsitzerrasenmäher, eine Motorsense und ein paar andere Dinge befinden, aus. Rund um die Bäume und andere Hindernisse wird mit der Motorsense geschnitten, der Rest wird gemütlich abgefahren.

Brasilien: Die Motorsense kommt auch hier zum Einsatz, aber auf der kompletten Fläche. Dazu halten jeweils 2 Arbeiter auf jeder Seite des Mittelstreifens ein feinmaschiges Netz, damit das geschnittene Gras nicht auf die Fahrbahn fällt. Zuletzt kommen noch 4 Arbeiter, von denen zwei das Gras, was zwischen Netz und Bordstein gefallen ist, zusammenfegen, die anderen rechen das übrige Gras zusammen.

  1. Stadtreinigung“: Aufgabe: Straßen sauber halten

    Deutschland: Die Kehrmaschine kommt ab und zu durch die Straße gefahren und fertig.

    Brasilien: An fast jeder Ecke steht ein Mann (Frauen hab ich zumindest noch nicht gesehen) in einem orangefarbenen Overall, mit einem Besen und einem Kehrblech am Stiel bewaffnet, und entsorgt den Müll vom Bordstein und aus dem Rinnstein.

  2. Tankstelle: Aufgabe: selbsterklärend

    Deutschland: Man fährt zur Tankstelle, steigt aus, tankt, bezahlt an der Kasse im Shop, fährt weg.

    Brasilien: Man fährt zur Tankstelle, kurbelt das Fenster am Fahrerplatz herunter, wartet bis ein Angestellter kommt, hält den Autoschlüssel raus, gibt an, für wie viel man was tanken möchte und wartet dann, bis alles fertig ist. Bezahlt wird bequem aus dem Auto heraus. Wenn grade ein anderer Angestellter nichts zu tun hat, oder das Tanken lange dauert, wird auch noch schnell über die Scheiben gewischt.

    Servicewüste Deutschland

  3. Supermarkt: Aufgabe: nicht genau definierbar

    Deutschland: Man legt die Dinge, die man kaufen will auf das Band. Wenn die Sachen eingescannt wurden, packt man sie selber ein. Anschließend bringt man sie nach Hause.

    Brasilien: Nachdem die Sachen eingescannt wurden, hilft die Verkäuferin noch beim Einpacken. Wenn man in der Schlange dahinter steht und nur schnell ein paar Dinge einkaufen will, kann einem das ganz schön auf die Nerven gehen. Aber es ist ein guter Service. Des weiteren gibt es Leute mit speziellen Karren, die ggf., wenn man sehr viele Dinge eingekauft hat, einem die Einkäufe nach Hause fahren.

    Servicewüste Deutschland

15.12.11 00:44


Bilder

Die neuen Bilder sind hochgeladen und teilweise beschriftet.

Für die unbeschrifteten Bilder gilt meistens die Beschreibung des vorherigen Bildes oder es ist selbsterklärend.

Am einfachsten erreicht man die Bilder wenn man nach "Datum (alt->neu)"  sortiert und dann auf Seite 5 Bild 0293 anklickt.

12.12.11 02:00


Still alive, ein bisschen Weihnachtsstimmung und viel Regen

Auch wenn ich lange nichts mehr im Blog geschrieben habe: ich lebe immer noch.

Aber mittlerweile ist alles Routine und da passiert nicht so viel Neues. Ein paar Dinge sind aber doch vielleicht ganz interessant, obwohl ich glaube, dass das, was ich schreiben werde, nur etwa die Hälfte der Dinge ist, die ich eigentlich erzählen wollte.


Zuerst zum Projekt:
Obwohl am Mittwoch mein Sprachkurs zu Ende gegangen ist, muss ich nicht viel eher arbeiten. Arbeitsbeginn ist jetzt um 12:00 Uhr, das heißt, dass ich den Bus zum Terminal, der fast direkt vor meiner Haustür hält, gegen 11 Uhr nehmen muss. Da man nie weiß, wann der Bus denn nun genau kommt, da die Haltestellen keine Pläne haben, sondern nur bekannt ist, wann der Bus ungefähr von seinem Ausgangspunkt losfährt und man den Rest selber berechnen muss, gehe ich morgens um 10:45 Uhr aus dem Haus. Da kann man schon echt lange schlafen.

Im Projekt angekommen, gibt es Mittagessen. Danach eine Ruhepause. Anschließend wird bis 18 Uhr mit den Kindern gespielt, unterhalten, Blödsinn gemacht, gelernt usw.

In der letzten Zeit haben Julian (der andere Deutsche, mit dem ich im Projekt zusammen arbeite) und ich einige Schränke und Schubladen repariert. Außerdem habe ich zusammen mit 3 älteren Jungs angefangen den Rasen zu mähen. Aber nicht mit einem „normalen“ Rasenmäher zum Schieben o.ä., wovon ich fälschlicherweise angesichts der Größe der Grünfläche ausgegangen war, sondern mit einer Motorsense (im Internet hab ich auch noch „Freischneider“ als Bezeichnung gefunden; jedenfalls die Rasenmäher mit einem Plastikfaden am Ende, mit dem man normalerweise nur die Kanten macht; hier ist eine kleine Klinge drunter). Daher dauert das natürlich lange.

Im Moment wird das Projekt etwas umstrukturiert: Auf dem Grundstück, auf dem sich das Projekt befindet, sind auf der anderen Seite eines kleinen „Tals“ ein großes Gemeinschaftshaus und zwei Wohnhäuser (hier leben 2 Leiterinnen drin) errichtet worden. Ein weiteres Haus für mehr Kinder befindet sich noch im Bau. Die älteren Jungs sind übergangsweise erst mal in das Gemeinschaftshaus gezogen, bis das andere Haus fertiggestellt ist. Anschließend ziehen sie dort ein. In das freigewordene Haus werden nach Weihnachten die 5 Mädchen ziehen, die im Moment noch in dem Haus in Vitória wohnen, mit dem das Projekt angefangen hat.
Für uns alle bedeutete das in den letzten Tagen: Betten demontieren, auf die andere Seite tragen und dort wieder aufbauen. Aber jetzt ist der Umzug größtenteils abgeschlossen.

In der letzten Woche wurde alles weihnachtlich geschmückt: Plastiktannenbäume aufbauen, schmücken (u.a. mit Lichterketten) und alle mögliche Weihnachtsdeko überall verteilen. Auch mehrere Krippen haben wir schon aufgebaut. Da kam dann das erste Mal etwas Weihnachtstimmung auf, aber das in knapp drei Wochen schon Weihnachten ist, glaube ich immer noch nicht so ganz.

Am Mittwoch haben Julian und ich dann noch kurz entschlossen, einen Adventskalender mit deutschen Bonbons gebastelt. Vor allem die Ahoj-Brause Bonbons sind für die Kinder und die Leiterinnen eine echte Herausforderung.


(Kleiner Einschub: Heute ist der letzte Spieltag in der brasilianischen Liga und grade läuft die Schlussphase. Wenn man nach den Rufen und Böllerschüssen geht, liegt Vasco im Moment auf Platz eins und hätte sich im letzten Moment die Meisterschaft gesichert.

Böller werden hier übrigens bei jedem Tor in jedem Spiel gezündet und je mehr Fans eines Teams in der näheren Umgebung leben, desto lauter wird es dann. )


Mal ein paar Sätze zum Wetter:

In den ersten Tagen war es hier echt schön, aber seit zwei Wochen fühlt man sich als Paderborner doch echt heimisch: Es regnet viel, mindestens mehrmals täglich und manchmal auch den ganzen lieben langen Tag. Der Unterschied zu Paderborn ist aber, dass es hier dennoch mindestens 20 Grad sind.


Sonstiges:

Vor anderthalb Wochen sind wir mit unserer Sprachkurslehrerin im örtlichen Theater gewesen. Dort hat das Kammerorchester Frankfurt ein kleines Konzert für einigen Schulklassen (Eine von denen kam erst nach der zweiten Zugabe. Da hat das Orchester dann noch ein Stück gespielt.) mit ein paar Stücken europäischer Komponisten gegeben. Als die Werke (u.a. von Bach, Vivaldi und Mendelssohn) erklangen, fühlte ich mich in ein Schulkonzert in der Paderhalle versetzt.


Heute werden wir endlich unser (Ich weiß nicht mehr, ob ich es schon erwähnt habe, aber schlafe mit den beiden Gastbrüdern in einem Zimmer. Von daher: uns und wir.) Zimmer wieder herrichten. Seit zweieinhalb Wochen schlafen wir auf den Matrazen auf dem Boden: mal im Zimmer, mal im Wohnzimmer, abhängig davon, in welchem Raum weniger Baumaterialien gelagert werden bzw. in welchem die Wände nicht frisch verspachtelt oder gestrichen sind. Wir bekommen nämlich eine Klimaanlage, so dass der Sommer aushaltbar wird.


Das soll es dann auch erstmal gewesen sein. Alles was ich heute vergessen habe und mir wieder einfallen sollte, kommt beim nächsten Mal. Ich freue mich über Rückmeldungen! Ich werde selbstverständlich antworten


Viele liebe Grüße aus Brasilien und einen schönen zweiten Advent!



Nachtrag: Jetzt ist draußen die Hölle los. Die Lautstärke kommt fast an Silvester heran.. Die Spiele sind zu Ende und Vasco ist doch nicht Meister, sondern Corinthians.



PS: neue Bilder kommen spätestens am Wochenende. Es lohnt sich also noch einmal vorbei zu ´schauen.

 

PPS: der Text ist von Sonntag, aber ich wollte ihn nicht wieder ganz umschreiben.

7.12.11 01:49


Ganz viel Verschiedenes

Heute waren wir wie angekündigt in der Schokoladenfabrik. Zuerst mussten wir alle unschöne hellblaue Kittel und Hauben anziehen. Danach gab es einen kurzen Film über das Unternehmen, von dem nicht mal die Hälfte verstanden habe, aber die Bilder haben das meiste erklärt. :D

Anschließend wurden wir durch die Fabrik geführt. Da die meisten Maschinen eine durchsichtige Plastikwand hatte, konnten wir die meisten Produktionsschritte sehen: die erste Schokoladenschicht, die zweite Schokoladenschicht, das Einpacken usw. Natürlich konnten wir auch die verschiedenen Bonbons probieren. Im Shop haben wir dann auch einige Produkte gekauft.

Das „Convento da Penha“ liegt auf einem Berg vor Vila Velha. (zum Teil auf den alten Bildern zu sehen, neue Bilder kommen aber auch noch) Von dort hatten wir wieder einen guten Blick auf Vila Velha und Vitória.

Nächste Woche werden wir durch die Altstadt von Vitória gehen.



Mein Tagesablauf (an einem „normalen“ Tag):

zwischen 7 Uhr und 7:30 Uhr aufstehen;

von 8-11 Uhr Sprachkurs;

anschließend fahre ich ca. 2 Stunden in mein Projekt (der erste Bus kommt um 11:20, um 11:55 bin ich im Busterminal, der zweite Bus fährt um 12:15, gegen 12:35 bin ich an der Bushaltestelle, von dort werde ich mit dem Auto abgeholt);

um 13 Uhr gibt es Mittagessen;

anschließend eine Ruhephase;

bis 18 Uhr arbeiten;

gegen 19:40 Uhr bin ich dann wieder zu Hause (der Bus vom Projekt zum Terminal fährt gegen 18:15 ab und braucht 30 Minuten, der zweite Bus fährt um 19:05 vom Terminal nach Vitória, gegen 19:30 bin ich an der Haltestelle und dann noch 10 Minuten zu Fuß )

 

Am Wochenende wird länger geschlafen (da kann es dann auch mal 13 Uhr werden) und dann Fußball oder Mau-Mau gespielt usw.

Wann ich anfangen muss zu arbeiten, wenn der Sprachkurs vorbei ist, weiß ich noch nicht.



Hier stehen mittlerweile in fast jedem Eingangsbereich eines Hauses und auch in vielen Geschäften kitschig (ich glaube Brasilianer stehen unglaublich auf kitschige Dinge) geschmückte Plastiktannenbäume; aber woher sollen Brasilianer auch eine Nordmann-Tanne nehmen.

In den Parks sind um die Stämme der Palmen Lichterketten in allen möglichen und unmöglichen Farben gewickelt und zwischen den Laternen am Strand hängen riesige weiße Sternschnuppen.

Das sieht alles ein bisschen komisch aus in Verbindung mit 25 Grad, Sonnenschein, Strand und Meer.


17.11.11 01:00


Es geht auch ohne Reis und Bohnen

Am letzten Mittwoch sind wir mit unserer Portugiesisch-Lehrerin auf den „Morro da Fonte Grande“ und einmal rund um die Insel, auf der Vitória liegt, gefahren. Aber vorher waren wir in einem Restaurant mit „self-service“ essen. Das heißt nichts anderes, als dass es ein Buffet gibt und dass nach Gewicht abgerechnet wird. Dort haben wir alle gut zugeschlagen und waren froh, dass es mal eine warme Mahlzeit OHNE Reis und Bohnen gab. Und da das Lokal bei mir im Block liegt, werden wir mit Sicherheit noch das ein oder andere Mal dort speisen.

Anschließend sind wir zur „Igreja de Santo Antonio“ (Kirche des heiligen Antonius) gefahren und hatten einen schönen Ausblick über das Bairro, in dem die Kirche liegt. Leider war die Kirche geschlossen, so dass wir sie nicht betreten konnten; sie soll nämlich sehr schön sein.

Vom „Morro da Fonte Grande“ hat man einen wunderbaren Ausblick über Vitória, Vila Velha und Cariacica (siehe Fotos). Ein netter Bauarbeiter oder vielleicht der Häuslebauer selbst, hat uns dann auf seine „Dachterasse“ hochgeholt. Von dort war der Ausblick noch viel besser, weil keine Bäume im Weg standen.
Nachdem wir viele Fotos gemacht hatten, sind wir einmal um die Bergspitze gegangen: Ich hab mich wie in einem Tropenhaus im Zoo gefühlt: es duftete/roch gleich, ähnliche Pflanzen, die gleiche drückende Schwüle. Nur der Unterschied hier ist, dass alles natürlich gewachsen ist.

Auf dem Weg rund um die Insel hat sich unsere Lehrerin mehrmals in den „Vororten“ oder Favelas, aber so werden sie nicht mehr genannt und man versucht auch, die Infrastruktur usw. zu verbessern, verfahren.

Abschließend sind wir dann auf der „Insel der Kühe“ („Ilha do Boi" ) gewesen, einem Reichenviertel der Stadt. Das sah man u.a. an den großzügigen Häusern, den Swimmingpools und den Elektrozäunen auf den Mauern.
Der Unterschied zwischen arm und reich ist schon enorm. Vor allem die Nähe der beiden ist erschreckend. Vor 10 Autominuten war man noch in einer Favela gewesen und kurze Zeit später in einem Reichenviertel.

Unsere Lehrerin hat uns dann am Strand (der Abschnitt heißt „Curva da Jurema" ) rausgelassen. Dort haben wir dann den Tag ausklingen lassen.

Nächste Woche Mittwoch fahren wir nach Vila Velha in die Schokoladenfabrik von "Garoto" und zum "Convento da Penha".

16.11.11 23:07


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