Fotos aus Brasilien 3
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Bilder

Ich habe nicht alle Bilder beschriftet. Wenn die mehrere Bilder das gleiche zeigen, habe ich nur das erste Bild beschriftet. Manche Bilder sind auch selbst erklärend.

 

PS: Mein Fotoalbum ist über den Link "Fotos aus Brasilien" oben links zu erreichen.

16.11.11 23:00


Neue Bilder

Im Fotoalbum sind neue Bilder. Die neuen Bilder sind direkt beschriftet und die "alten" Bilder habe ich nachbeschriftet.

Der Bericht zu den Bildern kommt in den nächsten Tagen.

12.11.11 01:03


Nebenjob: Kuhjäger

Am Freitag waren Solange und Ricardo einkaufen. Da brasilianische Familien laut Ricardinho nur einmal im Monat einkaufen, standen daher ca. 30 Tüten mit Lebensmitteln und weitere Kisten und Säcke mit frischen Früchten in der Küche, dem angeschlossenen Wasch-, Trocken- und Lagerraum und dem Wohnzimmer herum. Die Früchte, zum Beispiel die Ananas und Mangos, werden direkt geschnitten und eingefroren. So gibt es immer, wenn Bedarf ist, frische Früchte oder Saft. Die Früchte werden einfach in den Mixer geworfen und klein gemacht; etwas Wasser und Eiswürfel zu geben und fertig. Schmeckt viel besser als aus dem Tetra-Pack!!! 

Und worin wird der Saft aufbewahrt? Richtig: in Tupperware-Kannen.

Abends waren wir, Ricardinho, Renan und ich, mit Freunden auf einem Reggaefestival, welches in den Außenanlagen einer ehemaligen Befestigungsanlage direkt am Hafen stattfand. Als wir um 3 Uhr nach Hause kamen, gab es erstmal Hot Dogs. Aber nicht, wie wir sie machen würden: Brot und Würstchen sind in etwa gleich, aber dazu gibt es Erbsen und Mais, Mayonnaise und zum Abschluss noch anstatt der Röstzwiebeln winzige Pommes. Schmeckte etwas gewöhnungsbedürftig... Insgesamt ist das Essen in der Gastfamilie sehr europäisch , z.B. Tiefkühlpizza, Hot Dogs und Spaghetti. Aber es gibt halt fast immer Reis und schwarze Bohnen dazu.

Am Samstag konnten wir dann ausschlafen. Nachmittags haben Renan und ich mit ein paar Freunden Fußball gespielt. Als wir auf dem Hinweg an der Bushaltestelle, die sich direkt am Hafen befindet, auf den Bus gewartet haben, fielen mir – als ich mich zum Anleger umgedreht habe – direkt zwei Dinge ins Auge: das Schiff, was dort beladen wurde, hieß „Nordstrand“ und auf den Kränen stand „Kranbau Eberswalde“.

Sonntag haben wir dann die Messe, die anlässlich des örtlichen Tags der Jugend auf einem großen Platz stattfand, besucht. Während der Predigt bin ich mir wie in der Grundschule vorgekommen: Der Bischof hat etwas vorgesagt und die Menge hat es wiederholt. Das ging mehrere Male so und die Menge wurde immer lauter.

Am Montagmorgen hatten wir wieder Sprachkurs, bevor es per Bus zum Projekt ging. Das Bussystem ist ganz interessant gestaltet: Es gibt Busterminals an den Stadtgrenzen von Vitória, in denen man in andere Busse umsteigen muss, um die Nachbarstädte zu erreichen. Es gibt dann zum einen Busse in Vitória, die Terminals miteinander verbinden, aber auch Haltestellen im Stadtgebiet anfahren, und zum anderen Busse, die nur im Stadtgebiet fahren. Am Anfang war das etwas verwirrend, aber mittlerweile wird das besser. Woran man aber eine Bushaltestelle erkennt, weiß ich immer noch nicht. Mir wurde gezeigt, wo ich auf den Bus warten muss und wo ich auf das „Haltewunschknöpfen“ drücken muss. Anders als gewohnt muss man auch per Handzeichen deutlich machen, dass der Bus anhalten soll, wenn man an der Haltestelle steht. Die Busse sind relativ klein und eng, aber das passt alles schon. Das Tempo, mit dem die Busse fahren, ist – angesichts des Verkehrs und dem Zustand der Straßen – manchmal sehr abenteuerlich.

Aber zurück zur Arbeit im Projekt. Am Montag haben wir dann erst Mittagessen bekommen, bevor wir mit ein paar Jungs Fußball gespielt haben. Nachmittags haben wir dann schon die Musikstunde betreut, die irgendwann dann im Chaos geendet ist, weil unsere Sprachkenntnisse dann doch noch nicht aussreichen, um 14 Kinder zu bändigen. Während der Musikstunde hat mir Jonathan, ein unglaublich lieber Junge, der blind und gehbehindert ist, die Namen der Kinder beigebracht. Er hat extra langsam und deutlich gesprochen, damit ich ihm folgen kann und verstehe. Nachdem Julian und ich irgendwann die Musikstunde beendet haben, weil wir den Krach einfach nicht mehr ausgehalten haben, haben wir noch mit einigen Kindern Kicker gespielt.

An dieser Stelle kann ich den Titel des Eintrags erklären: Weil in der Gegend, in der das Projekt liegt, die Kühe frei herumlaufen und erst abends von Cowboys zusammen getrieben werden, kann es vorkommen, dass Kühe – auf Grund löchrigen Zauns – auf das Gelände gelangen. Da sie dort aber nicht sein sollen, werden sie, sobald sie gesichtet werden, verjagt. Während des Mittagessens am Montag sprangen plötzlich einige Jungs auf und liefen nach draußen, die übrigen Leute gingen zu den Fenstern. Wir haben zuerst den Grund für die plötzliche Aufregung nicht verstanden, bis wir auch ans Fenster geholt und aufgeklärt wurden. Nachmittags waren dann wieder ein paar Kühe auf dem Gelände und die drei Jungs haben mich mit auf „Kuhjagd“ genommen.

Dienstag hatten wir am Vormittag hatten wir wieder erst Sprachkurs, wurden dann abgeholt und mit dem Auto ins Projekt gefahren. Das ging wesentlich schneller, als mit dem Bus. Mit dem Bus brauchen wir 1,5 Stunden dorthin. Am Dienstag fand nach dem Mittagessen eine Versammlung der jüngeren Schüler mit zwei Leiterinnen statt, in der die Leistungen jedes Schülers und jeder Schülerin besprochen wurde. Meistens gab es Lob, aber es wurde auch ab und zu getadelt. Es wurde immer wieder betont, wie wichtig Bildung für das spätere Leben ist.

Anschließend haben Julian, Marcus (ein Junge aus dem Projekt) und ich Maskottchen gemalt. Wofür ganz genau, ist uns nicht ganz klar geworden.

Anschließend haben wir wieder mit den Kindern Kicker und Fußball gespielt. Mit Jonathan habe ich auch eine Art Brettfußball gespielt: auf einem Brett sind 22 kleine Metallpins montiert, die die Spieler darstellen. Rund um das Brett ist eine Bande angebracht, in die 2 Tore geschnitten wurden. Gespielt wird mit einer kleinen Metallkugel. Wenn Jonathan an der Reihe ist, tastet er das Spielfeld nach dem Ball ab. Wenn er ihn gefunden hat, versucht er mit der anderen Hand einen Weg zu finden, damit er ein Tor erzielen kann.

Weil in Brasilien heute Feiertag ist, war heute frei. Das haben wir auch alle genutzt und lange geschlafen. Vorhin haben wir dann wieder Fußball gespielt. Fußball ist hier echt allgegenwärtig. Wenn man sich umschaut, sieht man immer Dutzende in Trikots herumlaufen, und überall wird Fußball gespielt.


Zwei Randnotizen noch:

Die Gehwege sind zum Teil sehr abenteuerlich. Manchmal fehlt ein Stück, ein anderes Mal sind riesige Löcher im Gehweg, aber am besten sind noch die Auffahrten zu manchen Grundstücken. Anstatt den Bordstein abzusenken und etwas zwischen den beiden Höhen zu vermitteln, wird einfach eine Betonauffahrt gegossen, die bis zu 50 Zentimeter auf die Straße reicht und auf der Grundstückseite bis zu 30 Zentimeter hoch ist. Super Stolperfallen.

Polizeisperren sind hier häufig zu beobachten. Auf dem Weg zur Arbeit müssen wir immer durch eine hindurch. Bisher sind wir noch nicht angehalten worden, aber das sieht schon gewöhnungsbedürftig aus, wenn 50 Polizisten am Straßenrand stehen.


Das war es dann auch erstmal wieder.

Viele Grüße aus Brasilien!


2.11.11 23:59


Meine Adresse

Ricardo Gobbi (Simon)
Av. República, 250
Appartment 802
Parque Moscoso, Vitória, ES
CEP: 29010-700
Brasil


Ich freue mich ueber Post!
28.10.11 01:57


Alles neu macht ein Flug

Zuerst einmal sei gesagt, dass wir gut angekommen sind. Die 11 Stunden Flug von Frankfurt nach Sao Paulo vergingen doch schneller als gedacht, was zum einen an einer hervorragenden Filmauswahl im Flugzeug lag (The Bourne Ultimatum, Rio , und noch einige weitere Filme), zum anderen daran, dass die Schlaftablette ihre Wirkung entfaltete. Nachdem wir in Sao Paulo gelandet waren und damit mein erster Flug überhaupt vorbei war, hätten wir theoretisch 3 Stunden Zeit gehabt, von denen letztendlich 45 Minuten übrigblieben, weil es lange gedauert hat, bis wir aus dem Flugzeug kamen, weil wir in der vorletzten Reihe saßen, bis unsere Pässe und Visa gecheckt waren und bis wir schlussendlich, nach langem Warten und einigen Orientierungsschwierigkeiten, endlich unsere Koffer wieder hatten. Nachdem wir diese direkt wieder für den Flug nach Vitória aufgegeben und eingecheckt hatten, schnupperten wir erstmals brasilianische Luft, die wegen der Autoabgase vor dem Flughafen doch nicht anders schmeckte.
Am Flughafen von Vitória wurden wir von Pater Hugo, Danielle und unseren Gastfamilien herzlich empfangen.
Meine Gastfamilie besteht aus Ricardo und Solange (die Eltern) und Ricardinho, Renan und Mirna. Ich wurde direkt, wie ein Familienmitglied begrüßt und empfangen.
Nach dem üppigen Mittagessen, was aus Reis (den gab es abends auch zur Lasagne), schwarzen Bohnen (Reis und schwarze Bohnen sind die „Basics“ jeder Mahlzeit: das ist ja ok, aber zu Spaghetti Bolognese brauch ich nicht noch unbedingt Reis und schwarzen Bohnen ), Pommes, Salat und eine Art Gyrosfleisch (ja, meinen Vegetarismus hab ich für die nächsten 10 Monate aufgegeben) bestand, habe ich erst mal ein bisschen Schlaf nachgeholt. Aus einer bis zwei Stunden wurden dann plötzlich 4 Stunden. Anschließend habe ich meinen Rucksack und meinen Koffer ausgeräumt.
Ich teile mir ein Zimmer mit Ricardinho und Renan. Ricardo, Ricardinho und ich haben festgestellt, dass alle Betten in der Wohnung ca. 10-15 cm zu kurz sind
Die Wohnung liegt im 8 Stock eines Hochhauses mitten in Vitória. Deshalb heißt das Stadtviertel auch Centro.
Abends hat mich Ricarinho dann in die Geheimnisse und Tiefen des Kühlschranks, des Gefrierschranks und der Mikrowelle eingeweiht und ich habe meiner Gastfamilie an Hand von Fotos meine Familie und unser Haus vorgestellt. Als sie die Schneefotos sahen, haben sie mich etwas ungläubig angeschaut und gefragt, ob es so jedes Jahr bei uns aussähe.
Anschließend haben Ricardinho, Renan und ich PES gespielt, wobei ich immer verloren habe. Mein Ziel ist es nach den 10 Monaten einmal gegen sie zu gewinnen. Es war auch schon ein leichter Aufwärtstrend heute Abend zu beobachten.

Heute wurde uns, Julian und mir, unser Projekt gezeigt: es liegt ca. 20 Autominuten außerhalb von Vila Velha, der Nachbarstadt von Vitória. Hier werden AIDS-kranke Kinder betreut. Sie leben – in drei Altersgruppen (die Kleinen, die größeren Jungs und die größeren Mädchen) geteilt – bei Frau, die für sie der Mutterersatz sind, da ihre leiblichen Eltern entweder gestorben sind oder nicht die Möglichkeit haben, sich um ihre Kinder zu kümmern, weil sie z.B. drogenabhängig sind. Auf dem Gelände der „Comunidade Católica Epifania“ stehen drei Häuser, in denen die Kinder mit ihren Müttern leben, ein Haus, in dem das Büro ist, ein Haus, in dem gemeinsam gegessen wird, und das Versammlungshaus, in dem die Kinder ihre Hausaufgaben machen und Gottesdienste usw. stattfinden.
Wir wurden nach dem Mittagessen durch alle Häuser geführt und allen Kindern und Müttern und weiteren Angestellten vorgestellt. Alle sind alle unglaublich nett und freundlich.
Anschließend haben wir mit 4 Jungs Fußball gespielt.

Morgen werden wir mit unserem Sprachkurs starten. Im Moment läuft die Verständigung mit minimalem Portugiesisch, das aber ja in den nächsten Wochen ausgebaut wird, und Englisch, da Ricardinho (er heißt eigentlich wie sein Vater Ricardo, aber wird zur besseren Unterscheidung Ricardinho gerufen) auch Englisch spricht.
Das Wochenende ist frei. Ab nächster Woche werden Julian und ich dann täglich in unserm Projekt arbeiten und immer mal wieder vormittags zusammen mit dem anderen Julian 3 Stunden Portugiesisch haben.


Ach ja, nicht zu vergessen: der Straßenverkehr.
Im Straßenverkehr gilt hier, so sind die Erfahrungen der Fahrt vom Flughafen zu meiner Gastfamilie (die Erfahrungen wurden heute auf der Fahrt zum Projekt bzw. nach Hause bestätigt wurden), anscheinend das Gesetz des Schnelleren (mit 90 durch die Stadt ist hier eher die Regel, als die Ausnahme), des Stärkeren (mit Bussen oder LKWs legt sich dann doch keiner an) oder Wendigeren (Motorrad- und Rollerfahrer kommen überall durch). Auch passen hier locker 4 Fahrzeuge auf einer 2-spürigen Straße nebeneinander. Geblinkt wird nur in den seltensten Fällen und rote Ampel zählen nur, wenn sie mindestens schon 10 Sekunden rot sind.

Das soll es auch erstmal gewesen sein. Irgendwann kommt wieder was Neues.
Viele Grüße aus Brasilien!
28.10.11 01:55


2 Stunden und 30 Minuten noch

In 150 Minuten geht der Flieger. Grad haben wir, Julian und Julian und ich, mit unseren Familien noch etwas gegessen. So langsam steigt die Spannung. Morgen um 10:15 Uhr Ortszeit werden wir in Vitória ankommen. Die ersten Eindrücke werden mit Sicherheit überwältigend sein! Ich bin gespannt, wie die ersten Tage verlaufen: in der Gastfamilie und auch im Projekt.
25.10.11 19:41


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