Fotos aus Brasilien 3
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   30.09.12 05:03
    Lots of    30.09.12 05:04
   
Lots of    15.10.12 22:20
   
   18.11.12 11:36
       24.11.12 09:01
   
   14.12.12 17:59
   

http://myblog.de/simon-em-brasil

Gratis bloggen bei
myblog.de





Einige Alltagserfahrung und -beschreibungen

Diesmal wird es eher eine Ansammlung von Ereignisse als ein Fließtext. Die meisten Sachen sind eigentlich viel komischer, lustiger und unterschiedlicher als ich das beschreiben kann.


  • Nachdem ich mir ein Google-Email-Konto erstellt habe, und Google somit noch mehr Daten von mir hat, habe ich bei Google-Maps eine Karte erstellt, die zeigt wie ich zur Arbeit fahre. Die Karte ist unter folgendem Link erreichbar: http://maps.google.de/maps/ms?msid=211670411594695651169.0004bedfa1b9904428667&msa=0

  • Anfang April fand hier in Vitória wie jedes Jahr eine Wallfahrt zu Ehren Marias statt. Eine Woche lang sind jeden Tag andere Personengruppen zu einem Kloster „gepilgert“. Mal war Tag der Frauen, dann Tag der Männer, usw. Am letzten Tag der Wallfahrt, ein Sonntag, sind dann um 9 Uhr morgens (!!!!!!!!!!) die Motorrad- und Rollerfahrer an der Reihe gewesen. Sie sind natürlich erst einmal durch Vitória gefahren. Man kann sich keinen schöneren Wecker für einen Sonntagmorgen vorstellen, als 20 Minuten Höllenlärm, der wie ein Flugzeug in 10 Metern Flughöhe klingt, weil der Motoren- und Auspufflärm in den Häuserschluchten natürlich schön hallt.

    Abends gab es dann eine große gemeinsame Wallfahrt, bei der eine kitschig geschmückte Maria (http://www.bilder-speicher.de/12061104148134/foto/img0535.html) durch Vitória und Vila Velha gefahren wurde und tausenden Menschen (es hat 1,5 Stunden gedauert, bis die Menschenmasse an unserm Haus vorbei gezogen war) haben sie dabei begleitet. (http://www.bilder-speicher.de/12061104482503/foto/img0537.html)

  • Ich wohne im Zentrum von Vitória (die Hauptstadt des Bundesstaates Espírito Santo). Dort befinden sich viele Ministerien usw. des Bundesstaates und eigentlich fast jeder Tag hat ein bestimmtes Motto (Tag der Bauern usw.), den eigentlich immer irgendwelche Menschen zum Anlass nehmen vor dem Regierungssitz, einem Ministerium oder auch einfach nur auf der Straße zu demonstrieren. Daher kommt es regelmäßig zu langen Staus und auf die Busse ist noch weniger Verlass, weil die natürlich auch im Stau stehen und somit noch mehr Verspätungen haben als sonst. Zu „Stau“ siehe nächster Punkt.

  • Jedes Mal, wenn ich einen Stau sehe, was eigentlich jeden Tag der Fall ist (siehe oben), hoffe ich, dass ich hier NIEMALS im Krankenwagen befördert werden muss, denn hier macht niemand für den Krankenwagen Platz, so dass der auch immer mit im Stau steht. Es ist aber auch kaum möglich dem Krankenwagen Platz zu machen, weil Brasilianer grundsätzlich jede sich bietende Lücke zufahren. Es ist ein heilloses Chaos. Dazu kommen ja auch noch die Motorradfahrer, die sich zwischen den Auto, Bussen und LKWs durch schlängeln.

  • Hier kann es auch mal vorkommen, dass der Busschaffner zum Dienstboten wird: Ich habe schon mehrmals gesehen, dass der Schaffner Dinge erhalten hat oder schnell selbst gekauft hat und dann diese Sachen an anderen Bushaltestellen abgeholt wurden. Zum Teil hat der Bus auch nur gehalten, um diese Dinge abzuliefern.

  • Eine Sache, die immer noch komisch ist, ist der Popcorngeruch in der Kirche. Es ist hier fast normal, dass kleinere Kinder in der Kirche Popcorn essen. Des weiteren steht natürlich auch der Popcornverkäufer mit seinem Wagen vor der Kirche.

  • Unter dem Begriff Joint Venture versteht man eine gemeinsame Tochtergesellschaft von mindestens zwei rechtlich und wirtschaftlich getrennten Unternehmen. So etwas ähnliches befindet sich auch im Laden von „meinem“ Friseur. Dort schneidet zum einem mein Friseur seinen Kunden die Haare, zum anderen sitzen im gleichen Raum normalerweise 2-5 Polizisten an einem Schreibtisch und gehen ihrer Arbeit nach. Alle teilen sich die gleiche Toilette, die gleiche Eingangstüre usw. Das würde ich in Deutschland gern mal sehen, eine Polizeistelle im Friseur.

  • Wenn hier Geldautomaten aufgefüllt werden, könnte man denken, das es ein Überfall wird. Es fährt ein bulliger, stark gepanzerter Wagen vor, dort befinden sich zwei Leute vorne und 3 im Saferaum. Diese drei steigen dann aus. Zwei von denen tragen Maschinengewehre und haben mit Sicherheit einen unruhigen Finger. Der Dritte trägt den Geldkoffer. Dann wird aufgefüllt. Währenddessen inspizieren die zwei Bewaffneten die Umgebung. Wenn alles fertig ist, verschwinden alle wieder im Auto und fahren weg.

  • Vor ein paar Wochen wurde ich mit auf einen Jugendtag der Trägercomunidade geschleppt. Dort hat dann ein Priester erst einmal über die „katholische Jugend“ und ihre Rechte und Pflichten gepredigt. Anschließend gab es 2 Stunden Anbetung. Danach wurden verschiedene soziale Einrichtungen besucht. Ich war in einem Altenheim, was wirklich interessant war. Wir haben uns mit den Bewohnern unterhalten und uns das Gebäude angesehen. Wieder zurück gab es einen Gottesdienst und zum Abschluss des Tages wurden alle zur „Evangelisierung durch die neuen Medien“ aufgerufen, das heißt uns wurden Facebook, Twitter, Goggle+ usw. erklärt und anschließend wurde uns ans Herz gelegt, jeden Tag ein Video über die katholische Kirche, den Papst o.ä. zu posten.

  • Häufiger kommt es auch vor, dass Leute im Bus laut aus „ihrer“ Bibel vor lesen. Normalerweise sind es Pfingstler, Charismatiker oder Anhänger von Freikirchen. Meistens hört ihnen aber niemand zu. Manchmal hat man auch einen Prediger im Bus, der dann 5 Minuten herum schreit und sich denn wieder hinsetzt.

  • Im Fernsehen werben ab und zu soziale Einrichtungen und bitten meistens um Nahrungsmittel- oder Reinigungsmittelspenden, nur in seltensten Fällen um Geldspenden. Geldspenden wollen nur die Macher der Fernsehsender der Freikirchen.

  • Letztes Wochenende wurde im Parque Moscoso (der Park direkt vor meiner Haustür) das 100-jährige Bestehen des Parks gefeiert. Um 9 Uhr wurde auch „Parabens“ (zu deutsch: „Herzlichen Glückwunsch!“; ein Lied, welches bei Geburtstagen gesungen wird) gesungen und ein Kuchen angeschnitten. Anschließend gab es dann Programm und den Tag über immer wieder Böllerschüsse.

  • Am 21.5. war der bisher kältester Tag des Jahre mit durchschnittlich nur 20 Grad.

  • Im Projekt haben wir letztens eine ganze Horde von Weißkopf-Büschelaffen (port.: Sagui-de-cara-branca) sehen und photographieren können. (siehe hier: http://www.bilder-speicher.de/12061104313438/foto/img0563.html und die folgenden Fotos)

  • Letztens habe ich in einem Gespräch erfahren, dass der Flughafen hier in Vitória wegen der engen Bebauung der 3. gefährlichste Flughafen in Brasilien ist. Und es werden immer noch mehr Gebäude in der direkten Umgebung bzw. in der Einflugschneise gebaut.

  • Der Hafen in Vitória bzw. Vila Velha erwirtschaftet mehr als 60% der wirtschaftlichen Leistungen der beiden Städte.


Jetzt aber auch noch ein bisschen zu Veränderungen im Projekt:

  • Vor einigen Wochen wurde mit dem Bau für ein größeres Speisehaus mit einem größeren Raum zum gemeinsamen Essen und größerer Küche begonnen. Dem Rohbau fehlt jetzt nur noch das Dach.

  • Die älteren Jungen sind jetzt in ihr eigenes Haus umgezogen. Das Haus, dass sich in den ersten Monaten, die ich hier war, noch im Bau befand, wurde fertig gestellt. Wir haben mitgeholfen zu streichen, zu putzen, Möbel aufzubauen und die Sachen herüber zu bringen.

  • Eine Ersatzmutter geht kommende Woche für drei Monate nach Olpe um dort, gesponsert von einem Küchenhersteller, einen Kochkurs zu machen. Ich gebe ihr im Moment etwas Deutschunterricht, so dass sie nicht ganz unvorbereitet nach Deutschland kommt.

11.6.12 05:54
 
Letzte Einträge: Mein Weihnachten, Neue Bilder, Sonstiges


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung